SMS, Anrufe und Datendienste werden billiger berichtet europakonsument.at.
Im EU-Ausland verschickte SMS-Nachrichten dürfen ab 1. Juli nur noch höchstens 11 Cent kosten, anstatt der heutigen 28 Cent.
Die Zeiten der Horrorrechnungen für Verbraucher, die auf Reisen in einem anderen EU-Land Bilder oder einen Film auf ihr Mobiltelefon heruntergeladen haben, sind vorbei.
Das Europäische Parlament verabschiedete auf seiner heutigen Plenarsitzung in Straßburg mit großer Mehrheit neue EU-Vorschriften für SMS- und Datenroamingdienste, die von der Kommission im September 2008 vorgeschlagen worden waren.
Außerdem beschloss das Parlament weitere Preissenkungen für in anderen EU-Ländern geführte Handygespräche.
Die Preisobergrenze für einen im Ausland getätigten Mobilfunkanruf wird bis Juli 2011 schrittweise von heute 0,46 € auf 0,35 € pro Minute fallen, der Minutenpreis für im Ausland erhaltene Anrufe von heute 0,22 € auf 0,11 €. Außerdem werden die Betreiber verpflichtet, die Gebühren für Roaminganrufe ab der 31. Sekunde sekundengenau zu berechnen.
Die vom Europäischen Parlament beschlossenen neuen EU-Roamingvorschriften sehen Folgendes vor (Stand 22.04.2009):
- SMS-Versand: die Begrenzung des Preises, der Verbrauchern für den SMS-Versand im Ausland berechnet wird, auf 0,11 € (ohne MwSt.), gegenüber dem derzeitigen Durchschnittspreis von 0,28 € (in den Niederlanden und Portugal werden sogar über 0,35 € pro SMS verlangt).
- Datenroaming: die deutliche Senkung der Datenroamingentgelte (der Kosten, die im Ausland für das Surfen im Web oder den Abruf von Filmen mit einem Handy anfallen) durch Begrenzung des Vorleistungsentgelts auf 1 € pro übertragenem Megabyte, gegenüber einem durchschnittlichen Vorleistungsentgelt von derzeit 1,68 € (Spitzenpreise sind: in Irland 6,82 €, in Griechenland 5,30 € und in Estland 5,10 €). Diese Preisgrenze wird 2010 weiter auf 0,80 € und dann 2011 auf 0,50 € fallen.
- Schutz vor unerwartet hohen Rechnungen: durch die Option, den Dienst unterbrechen zu lassen, sobald ein Rechnungsbetrag von 50 € erreicht wird, wobei der Verbraucher auch einen höheren Betrag wählen kann. Die Betreiber werden bis März 2010 Zeit haben, um diese Transparenzvorschriften umzusetzen.
- Mobiltelefonie: die weitere Senkung der Preisobergrenzen für Roaminganrufe. Die derzeitigen Höchstpreise von 0,46 € für im Ausland getätigte Anrufe und 0,22 € für im Ausland angenommene Anrufe werden am 1. Juli 2009 auf 0,43 € für ausgehende und 0,19 € für eingehende Anrufe gesenkt, dann ab 1. Juli 2010 auf 0,39 € und 0,15 € und schließlich am 1. Juli 2011 auf 0,35 € und 0,11 € (jeweils pro Minute, ohne MwSt.).
- Sekundengenaue Abrechnung: Einführung des Grundsatzes der sekundengenauen Abrechnung nach den ersten 30 Sekunden für alle ausgehenden und ab der ersten Sekunde für alle eingehenden Roaminganrufe. Gegenwärtig zahlen die Verbraucher für ihre Anrufe etwa 20 % mehr, als sie eigentlich telefoniert haben.
Ab 1. Juli 2009 in Kraft
Nach der heutigen Verabschiedung durch das Europäische Parlament wird die neue EU-Roamingverordnung ab 1. Juli 2009 direkt in allen 27 EU-Mitgliedstaaten gelten.
Die neuen Roamingvorschriften ergänzen die erste EU-Verordnung über Sprachroamingdienste von 2007 und werden bis zum Sommer 2012 gelten. Das Europäische Parlament forderte die Kommission auf, bis zum Sommer 2010 einen Bericht über das Funktionieren der neuen Vorschriften vorzulegen. Falls notwendig, könnte die Kommission dann bis Ende Juni 2011 weitere Vorschriften vorschlagen.
Hintergrund
Seit dem Amtsantritt der jetzigen Europäischen Kommission ist die Mobilfunknutzung in der EU von 84,6 % auf 119 % der Bevölkerung angestiegen.
Die EU-Telekommunikationsmärkte umfassen 500 Millionen potenzielle Nutzer für Festnetz- und Mobilfunktelefonie, Internetzugang und Mobilfunkdatendienste.
Um die strukturellen Wettbewerbsprobleme auf diesem Markt zu lösen, eine einheitliche Regulierung zu erreichen und neue Investitionen zu fördern, wird das Europäische Parlament voraussichtlich auf seiner Plenarsitzung im Mai eine große Reform des EU-Telekommunikationsrechts beschließen, die von der Kommission im November 2007 vorgeschlagen worden war.
Darin vorgesehen ist auch die Einrichtung eines europäischen Telekom-Regulierungsgremiums mit der Bezeichnung „Gremium Europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation“ bis Januar 2010.
Auf der EU-Roaming-Website finden Sie einen Überblick über die aktuellen Roamingtarife in allen EU-Ländern.
(Quelle: www.europakonsument.at)










