Trickbetrüger kassieren Geld mit erschlichenen Daten über eine Wettplattform, warnt die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ).
Gib mir deine Handynummer und ich schicke dir mein Bild: Auf diese und ähnliche Aufforderungen dürften so manche KonsumentInnen in Chatrooms hereingefallen sein. Ihre Handynummer wurde für eine Aufladung auf einer Wettplattform missbräuchlich genutzt. Kostenpunkt: 250 Euro. Die Polizei ermittelt.
BetrügerInnen nutzten Schwachstelle
Bis vor Kurzem konnten KundInnen eines großen Mobilfunkbetreibers ihr Handy direkt für die Aufladung bei einer Spiel- und Wettplattform nutzen. „Um eine Aufladung eines registrierten Spielekontos direkt über die Handyrechnung vorzunehmen, musste zunächst die Handynummer auf der Wettplattform bekannt gegeben werden. Der in weiterer Folge via SMS übermittelte TAN-Code diente dann zur Absicherung der Transaktion. Die SMS enthielt jedoch außer dem TAN-Code selbst nur die Aufforderung selbigen im Web einzutragen – leider ohne Information, von wem und zu welchem Zweck dieser TAN-Code eigentlich auf das Handy zugestellt wurde", erklärt AKNÖ-Konsumentenschutzexperte Michael Dunkl. Diese Schwachstelle wurde ausgenutzt, indem KonsumentInnen in Chatrooms unter einem Vorwand nach ihren Handynummern und dann nach dem TAN-Code gefragt wurden.
Mit Hilfe dieser Daten sei es den BetrügerInnen möglich gewesen, Geld auf ihr eigenes Konto auf der Wettplattform zu buchen. Das Geld wurde von den TäterInnen vermutlich verspielt oder via Bankkonto ausbezahlt. Von den HandybesitzerInnen selbst wurde dieser Betrag, meist 250 Euro, dann auf der Handyrechnung ausgewiesen.
AKNÖ warnt vor unüberlegter Weitergabe persönlicher Daten im Internet
Bisher sind der AKNÖ 21 Fälle bekannt, sechs allein im Bezirk Neunkirchen. Häufig handelt es sich bei den Betroffenen um Eltern, deren Kinder die Handys nutzen und hier vermutlich auf diesen Trick hereingefallen sind. Die Konsumentenschützer rieten zur Anzeige, die Polizei ermittelt inzwischen.
Der Mobilfunkbetreiber hat sich nach Intervention der AKNÖ bereit erklärt, den Schaden zu übernehmen. Die Betrogenen müssen die durchschnittlich 250 Euro nicht bezahlen. Außerdem hat das Mobilfunkunternehmen schnell reagiert und den Dienst in dieser Form eingestellt.
Generell sollten KonsumentInnen etwas vorsichtiger bei der Weitergabe ihrer Daten im Internet und am Telefon sein, warnt die AKNÖ. Wenn nach Daten wie Name, Adresse, Telefonnummer, Kontonummer, Geburtsdaten etc. gefragt werde, sollte man sich genau informieren, wofür die Angaben gebraucht werden. Eine unüberlegte Weitergabe könne finanziell sehr unangenehme Folgen haben.
(Quelle: AKNÖ, 03/08/2009)










