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EU will Lautstärke von MP3-Playern eindämmen

Die EU-Kommission hat eine Begrenzung des Geräuschpegels für alle tragbaren MP3-Player und Handys mit Musikabspielfunktion auf maximal 80 Dezibel vorgeschlagen, um Gehörschäden zu vermeiden.

EU-Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kuneva kündigte in einer Aussendung neue EU-Sicherheitsstandards bei tragbaren Musikabspielgeräten an. Diese sollen vom EU-Normungsgremium CENELEC gemeinsam mit Wissenschaftlern, Industrie und Verbraucherschützern erarbeitet werden. Die neuen Sicherheitsregeln betreffen alle tragbaren MP3-Player und Mobiltelefone mit Musikabspielfunktion, die künftig auf den Markt kommen. Die maximale Lautstärke dieser Geräte soll EU-weit per Standardeinstellung auf 80 Dezibel begrenzt werden.

„Es kann Jahre dauern, bis ein Gehörschaden auftritt, aber dann ist es einfach zu spät. Deshalb sollen die Normen kleine technische Veränderungen an den Geräten vorsehen, so dass der normale standardmäßige Gebrauch unbedenklich ist. Die Verbraucher können zwar die Standardeinstellungen lauter machen, erhalten dann aber klare Warnhinweise, damit ihnen die Risiken bewusst werden“, erläutert die EU-Kommissarin.

Warnung vor Hörschäden
In der EU gäbe es derzeit weder eine Obergrenze noch eine bestimmte Kennzeichnung für die Lautstärke von Musikabspielgeräten. Laut einem Gutachten, das die EU-Kommission im vergangenen Jahr vorlegte, ist die sichere Nutzung von MP3-Playern über einen Zeitraum von 40 Stunden in der Woche bei 80 Dezibel gegeben. Das Musikhören bei einer Lautstärke von 89 Dezibel sollte fünf Stunden in der Woche nicht überschreiten. Langfristig könnte es sonst zu einer dauerhaften Hörschädigung kommen. Davon besonders betroffen seien vor allem Kinder und Jugendliche.

Risiko für bis zu zehn Millionen Menschen
Schätzungen der EU-Kommission zufolge hören bis zu 100 Millionen EU-BürgerInnen täglich Musik über mobile Abspielgeräte. Eine unsachgemäße Nutzung (täglich mehr als eine Stunde lautes Musik hören), die zu Hörschäden führen könnte, wird von der Kommission bei fünf bis zehn Prozent vermutet, also bei bis zu zehn Millionen Menschen.

(Quelle: RAPID - Press Releases Europa IP/09/1364)


Weiterführender Link:

  • Gutachten der EU-Kommission zu den Gesundheitsrisiken durch lautes Musik hören mit tragbaren Musikabspielgeräten (2008) – pdf, englisch

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