- Wie funktioniert Mobilfunk?
- Wie wirken Funkwellen von Handys auf Menschen?
- Welche Grenzwerte sind in Österreich gültig?
- Sind die Grenzwerte von Handys und Mobilfunkanlagen sicher?
- Werden auch Kinder und alte Menschen vor Funkwellen geschützt?
- Welche anderen Quellen von elektromagnetischen Feldern gibt es?
- Was gibt der „SAR-Wert“ an?
- Was passiert bei der Errichtung einer Mobilfunkanlage?
Funkwellen bilden eine entscheidende technische Grundlage für das mobile Telefonieren. Sie dienen gewissermaßen als Fortbewegungsmittel, das die Informationen mit Lichtgeschwindigkeit vom Handy zur nächstgelegenen Basisstation transportiert. Die Gesprächs- oder Datensignale werden dafür digitalisiert und in hochfrequente elektromagnetische Felder umgewandelt. (Quelle: Informationszentrum Mobilfunk: Welche Bedeutung haben Funkwellen bei der Informationsübertragung?)
(Quelle: Informationszentrum Mobilfunk)
So funktioniert der Übertragungsweg im Mobilfunk:
Wo immer Sie mit Ihrem Handy telefonieren, sendet es Signale an die Antennen der Mobilfunkanlage, die das Gespräch weiterleitet. Wenn Sie beispielsweise mit dem Auto fahren, verlassen Sie immer wieder die Reichweite einer Mobilfunkanlage (BTS) und müssen mit Ihrem Gespräch an die nächste weitergeleitet werden. Die Organisation von zehn bis hundert solcher Mobilfunkanlagen ist die technische Leistung des so genannten "Base Station Controller (BSC)". Wollen Sie eine Verbindung mit einem Festnetzteilnehmer oder jemandem, der in einem anderen Mobilfunknetz telefoniert, aufbauen, springt das "Mobile Switching Center (MSC)" ein. Diese Vermittlungseinheit ermöglicht auch den Kontakt zwischen mehreren TeilnehmerInnen. Damit bei Bedarf Verbindungen aufgebaut werden können, hat das MSC eine angeschlossene Datenbank, die Informationen über den momentanen Standort aller aktiven Handys enthält. (Quelle: mobilkom austria: Folder: "Mobilfunk und Infrastruktur")
Weiterführender Link:
Von Handys und Mobilfunkanlagen, aber auch von Radio- und Fernsehsendern gehen hochfrequente Funkwellen aus. Wenn wir diesen Funkwellen ausgesetzt sind, nimmt unser Körper Energie auf; dadurch erwärmt er sich. So lange die Erwärmung nicht zu stark wird, ist das nicht schlimm. Wenn der Körper oder einzelne Körperteile sich aber zu stark erwärmen, kann das zu gesundheitlichen Problemen führen. Damit das nicht passiert, dürfen die Immissionen von Mobilfunkanlagen bestimmte Werte nicht überschreiten. (Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz, Deutschland: Mobilfunk: Wie funktioniert das eigentlich?)
Für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Temperaturerhöhung des Körpers, wie sie durch Handys passiert, ungefährlich. Als Messgröße dient eine Zahl, die "SAR-Wert" genannt wird. Siehe auch: Was gibt der SAR-Wert an?
Neben der Erwärmung werden auch so genannte "athermische Effekte" diskutiert, die mit Funkanwendungen in Verbindung gebracht werden. Siehe auch: Sind die Grenzwerte von Handys und Handymasten sicher?
Weiterführende Links:
- Bundesamt für Strahlenschutz, Deutschland: Mobilfunk: Wie funktioniert das eigentlich?
- Kinderumwelt & Informationszentrum Mobilfunk: Elternbroschüre Mobilfunk und Gesundheit
In Österreich gelten die international anerkannten Grenzwerte der Weltgesundheits-
organisation (WHO) und der internationalen Kommission zum Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung (ICNIRP), die auch in die EU-Ratsempfehlung von 1999 aufgenommen wurden.
Die für Mobilfunk geltenden Grenzwerte – 10 Watt/m2 für UMTS, 9 Watt/m2 für GSM-1800 MHz und 4,5 Watt/m2 für GSM-900 MHz – sorgen dafür, dass die Erwärmung durch das Mobiltelefonieren nur einen Bruchteil jenes Wertes erreicht, der beim Menschen durch körperliche Aktivität, z.B. beim Stiegensteigen, entsteht. Bei sportlichen Aktivitäten oder auch im Alltag, z.B. wenn man versucht, eine Straßenbahn noch zu erreichen, kann die Leistung des Menschen kurzzeitig auf mehrere hundert Watt ansteigen. Dies führt zu einer Temperaturerhöhung im menschlichen Körper, die bis zu rund 2°C ausmachen kann. Diese Erwärmung gleicht der Körper wieder von selbst aus. (Quelle: Wissenschaftlicher Beirat Funk: FAQ Mobilfunk und Gesundheit)
Weiterführender Link:
Die in Österreich gültigen Grenzwerte enthalten einen 50-fachen Sicherheitsfaktor und bieten laut WHO und ICNIRP einen ausreichenden Gesundheitsschutz – auch für Kinder, Schwangere und ältere Menschen. (Quelle: Wissenschaftlicher Beirat Funk: FAQ Mobilfunk und Gesundheit)
„Nach unserem derzeitigen Wissen schützen die Grenzwerte vor Gesundheitsstörungen. Aber: Niemand kann beweisen, dass etwas völlig unschädlich ist.“ (Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz, Deutschland: Mobilfunk: Wie funktioniert das eigentlich?). Siehe auch: Wie kann ich auf Nummer sicher gehen?
Diese Ansicht ist ein weit verbreiteter Konsens. Alle Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats Funk des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie kommen übereinstimmend zu der Position, dass es „nach derzeitigem Stand der Wissenschaft keinen Nachweis für eine Gefährdung der Gesundheit durch elektromagnetische Felder des Mobilfunks unterhalb der von der Weltgesundheits-organisation (WHO) und der Internationalen Kommission zum Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung (ICNIRP) empfohlenen Grenzwerte gibt.“ Die von den Mobilfunkstationen ausgehende Strahlung sei um den Faktor 1.000 bis 10.000 geringer als beim Telefonieren selbst. (Quelle: Wissenschaftlicher Beirat Funk)
Auch das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen schreibt: „Nach den vorliegenden Ergebnissen ist eine Gesundheitsschädigung durch Handys derzeit nicht beweisbar.“
Wichtig ist, Mobilfunk nicht isoliert zu betrachten, sondern alle elektromagnetischen Felder, denen man ausgesetzt ist, zu berücksichtigen.
Siehe auch: Welche anderen Quellen von elektromagnetischen Feldern gibt es?
Weiterführende Links:
- Wissenschaftlicher Beirat Funk des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie
- Bundesamt für Strahlenschutz, Deutschland: Mobilfunk: Wie funktioniert das eigentlich?
- EMF-Portal: Überblick über den aktuellen Wissensstand zu den biologischen Wirkungen elektromagnetischer Felder
- EMVU-Informationsseite: Mobilfunk - Fortschritt oder Risiko?
- Kinderumwelt & Informationszentrum Mobilfunk: Elternbroschüre Mobilfunk und Gesundheit
- Neue Zürcher Zeitung: Mobilfunk - ein Gesundheitsrisiko?
- Senderkataster.at: Übersichtskarte der Standorte von Sendeanlagen
Die Grenzwerte enthalten einen 50-fachen Sicherheitsfaktor und bieten laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) und ICNIRP (Internationale Kommission zum Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung) einen ausreichenden Gesundheitsschutz auch für Kinder, Schwangere und ältere Menschen. (Quelle: FAQ Mobilfunk und Gesundheit)
Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz sagt: „Der Strahlenschutz muss sicherheitshalber auch Risiken mitberücksichtigen, die man noch nicht genau kennt und die vielleicht nie eintreten“ und „weil sich der Körper von Kindern und Jugendlichen noch in der Entwicklung befindet, kann er möglicherweise gesundheitlich empfindlicher reagieren“. Wer sich also mit Vorsorgemaßnahmen, gerade für Kinder, wohler fühlt, kann auf Nummer sicher gehen und diese in Anspruch nehmen.
Siehe dazu: Wie kann ich auf Nummer sicher gehen?
Weiterführender Link:
- Bundesamt für Strahlenschutz, Deutschland: Mobilfunk: Wie funktioniert das eigentlich?
Die Quellen für elektromagnetische Felder sind sehr vielfältig, sie reichen vom Sonnenlicht über das sichtbare Licht bis zu den elektromagnetischen Feldern von Funkanwendungen.
Die meisten modernen Kommunikationsmittel nutzen hochfrequente elektro-
magnetische Felder zur Übertragung von Bild, Ton und Daten. Den stärksten Anstieg in der Nutzung erfährt seit einigen Jahren der Mobilfunk. Bei der Diskussion über eine mögliche Gefährdung durch elektromagnetische Felder wird aber auf andere Kommunikationsmittel oft vergessen: Rundfunk und Fernsehen sind aus dem Alltagsleben nicht mehr wegzudenken, schnurlose Telefone erhöhen die Bequemlichkeit beim Telefonieren im Haus und im Garten, Kleinkinder werden im Kinderzimmer mit Babyphonen überwacht, Computer werden über Wireless-LAN (WLAN), Bluetooth und mit Peripherie-Geräten untereinander vernetzt, Polizei und Feuerwehr nutzen ein eigenes Funknetz zur Kommunikation. (Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz, Deutschland)
Die Unterschiede in der Wirkung von hoch- und niederfrequenten Feldern werden von der Kinderumwelt und dem Informationszentrum Mobilfunk erörtert.
Weiterführende Links:
- Bundesamt für Strahlenschutz, Deutschland: Hochfrequente elektromagnetische Felder
- Verbraucher Initiative e.V.: forum-elektrosmog.de
Der SAR-Wert (Spezifische Absorptionsrate) gibt an, wieviel Energie von unserem Körper aufgenommen wird. Er darf keinesfalls über 2 W/kg liegen. In Europa ist diese Wertgrenze auch eine Voraussetzung dafür, dass ein Handy überhaupt verkauft werden darf. Der SAR-Wert eines Handy muss in der Bedienungsanleitung angegeben sein. Die SAR-Werte der in Österreich verkauften Handys finden Sie auch auf der Website Forum Mobilkommunikation (FMK).
In der Praxis werden beim Telefonieren mit dem Handy die angegebenen SAR-Werte wegen der im Handy und in der Mobilfunkanlage eingebauten Leistungsregelung fast nie erreicht. Je besser die Verbindung ist, desto geringer ist der SAR-Wert während des Telefonats.
Siehe auch: Wie hoch sind die Immissionen, die mein Handy abgibt?
Mobilfunkanlagen werden lange vor ihrer Errichtung geplant, damit sie das bestehende Mobilfunknetz sinnvoll ergänzen. Sinnvoll bedeutet dabei, möglichst geringe Immissionen genau dort zu haben, wo Mobilfunk gebraucht wird – vor allem in den Ballungsgebieten. Jede Mobilfunkanlage kann nur eine ganz bestimmte Anzahl von Gesprächen übertragen. Steigt die Anzahl der GesprächsteilnehmerInnen über ein bestimmtes Maß an, muss eine neue Mobilfunkanlage errichtet werden.
Beim Bau von Mobilfunkanlagen spielt Information eine wichtige Rolle. Durch eine Vereinbarung der Mobilfunkbetreiber wird jede Gemeinde, in der eine Mobilfunkanlage gebaut wird, informiert. Die Informationen reichen von den technischen Daten der Anlage bis zu Kontaktadressen für Informationssuchende.
Nach unserem derzeitigen Wissen schützen die Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor Gesundheitsstörungen. Diese Grenzwerte werden in der Praxis von Handys und Mobilfunkstationen um ein Vielfaches unterschritten. (Quelle: Wissenschaftlicher Beirat Funk)
Einige Tipps, wenn Sie – trotz der Unbedenklichkeit von Handy-Funkwellen nach derzeitigem Stand der Wissenschaft – lieber vorsichtig bei der Handynutzung sein möchten:
- Möglichst nicht bei schlechtem Empfang telefonieren. Bei schlechtem Empfang regeln Handy und Mobilfunkanlage die Sendeleistung automatisch nach oben. Am Handy-Display wird angezeigt, ob der Empfang gut oder schlecht ist.
- Freisprecheinrichtung (Head-Sets) verwenden. Egal ob ein Head-Set mit Kabel oder mit Bluetooth verwendet wird – Head-Sets reduzieren die Immissionen vom Handy.
- Achtung: Abschirmende Strahlenschutzprodukte (wie z.B. Handyaufkleber) wirken kontraproduktiv oder haben gar keine physikalische Wirkung.
- Für kurzen Informations-Austausch auch einmal ein SMS oder MMS schicken.
- Bei GSM-Handys ist die Sendeleistung beim Verbindungsaufbau am höchsten. Das GSM-Handy erst zum Ohr nehmen, wenn die/der GesprächspartnerIn abhebt. Bei den neueren UMTS-Handys ist das übrigens nicht mehr so: Beim Verbindungsaufbau regelt das Handy die Sendeleistung automatisch auf das technisch notwendige Maß.
Der SAR-Wert (Spezifische Absorptionsrate) eines Handys gibt an, wieviel Energie von unserem Körper aufgenommen wird. Er darf keinesfalls über 2 W/kg liegen, da das der festgelegte Grenzwert für einzelne Körperteile, zum Beispiel für den Kopf, ist.
Den SAR-Wert Ihres Handys finden Sie in der dazugehörigen Bedienungsanleitung. Wenn Sie keine Bedienungsanleitung zur Verfügung haben, können Sie den SAR-Wert auch im Internet finden: Die SAR-Werte der in Österreich verkauften Handys finden Sie auf der Website Forum Mobilkommunikation (FMK). Das Bundesamt für Strahlenschutz stellt regelmäßig die gemessenen SAR-Werte der auf dem deutschen Markt erhältichen Handy-Modelle zusammen und veröffentlicht sie auf seiner Website.
In der Praxis werden beim Telefonieren mit dem Handy die SAR-Werte wegen der im Handy und in der Mobilfunkanlage eigebauten Leistungsregelung fast nie erreicht. Je besser die Verbindung, desto geringer ist der SAR-Wert während des Telefonats.
Die wichtigsten Tipps für ein sicheres Telefonieren im Auto:
- Verwenden Sie immer eine Freisprech-Einrichtung. Telefonieren ohne Freisprech-Einrichtung lenkt ab und ist auch gesetzlich verboten – Sie gefährden damit sich selbst und andere.
- Wenn notwendig, halten Sie mit Ihrem Auto an einer sicheren Stelle, um mit dem Handy zu telefonieren oder Anrufe entgegen zu nehmen.
- Nicht vergessen: Es ist nicht erlaubt, auf der Autobahn anzuhalten (Pannenstreifen), außer es handelt sich um einen Notfall!
- Unterlassen Sie unbedingt das Senden oder Lesen von SMS und MMS während des Fahrens. Laut aktuellen Studien setzt man sich damit einem 23-fach erhöhten Unfallrisiko aus.
- Bitten Sie Ihre BeifahrerInnen, Ihnen eine Verbindung über die Freisprech-Einrichtung herzustellen. Ganz im Sinne eines guten Teamworks: Die BeifahrerInnen kümmern sich um das Wählen und die AutofahrerInnen konzentrieren sich auf den Verkehr.
- Vermeiden Sie stressige Telefonate. Unterbrechen Sie schwierige Gespräche während des Fahrens (selbst wenn Sie eine Freisprech-Einrichtung verwenden) und rufen Sie zurück, sobald das Auto sicher geparkt ist. Unkonzentriertheit, selbst für kurze Zeit, ist gefährlich. Ihr Auto legt bei einer Fahrtgeschwindigkeit von 50km/h in nur einer Sekunde 14 Meter zurück!
- Es ist nicht notwendig, immer ans Handy zu gehen, wenn es läutet. Nutzen Sie Ihre Mobilbox und rufen Sie zu einem passenden Zeitpunkt zurück.
Weiterführender Link:
- mobilkom Austria: Folder "Im Auto nie ohne Freisprech-Einrichtung telefonieren"
Auf keinen Fall in den Restmüll werfen! Denn Handys und Handy-Akkus können zahlreiche Stoffe enthalten, die Umwelt und Gesundheit gefährden, wie zum Beispiel das Schwermetall Cadmium. Daher müssen sie als gefährlicher Abfall (Elektronikschrott) entsorgt werden. (Quelle: Konsument.at: Handy-Entsorgung)
Sie können zwischen mehreren Alternativen einer ordnungsgemäßen Entsorgung wählen:
- Die österreichischen Mobilfunkbetreiber bieten in ihren Shops allen KundInnen an, ihre Althandys (selbstverständlich kostenlos) zurückzunehmen. Die Netzbetreiber garantieren ordnungsgemäße und kompetente Entsorgung.
- Man bringt das Handy zu einem kommunalen Sammelzentrum für Sonderabfall.
- Beim Kauf eines neuen Handys bringt man das alte zum Händler zurück. Wenn man Glück hat, kommt man dabei sogar in den Genuss einer Rücknahme-Aktion mit einer Prämie für das Altgerät.
- Sofern das Handy noch funktionsfähig ist, kann man es auch einer karitativen Organisation schenken, die es ihrerseits älteren, einsamen und/oder gebrechlichen Personen zur Verfügung stellt, um im Bedarfsfall Hilfe holen zu können. (Die Notruf-Funktion bleibt erhalten, auch wenn die SIM-Karte entfernt wurde – natürlich müssen Akku und Ladegerät funktionieren.)
(Quelle: FMK)
Vorsicht bei der Weitergabe alter Handys: Stellen Sie sicher, dass alle persönlichen Daten und vertraulichen Informationen gelöscht sind!
Weiterführender Link:
- handy4help: Handysammlung zugunsten von Hilfsprojekten
- A1 Telekom Austria & Österreichisches Jugendrotkreuz: Handy-Recycling an Schulen










